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Schule und Heilpädagogische Tagesstätte der Muschelkinder

Fördern / Arbeiten / Bildung

Wir beschulen autistische Kinder gemeinsam in einem Klassenverband, weil wir der Überzeugung sind, dass

  • Kinder mit Autismus, auch wenn viele von ihnen nicht sprechen, sehr wohl die Möglichkeit haben, miteinander zu kommunzieren
  • unsere Schüler aktiv eine Klassengemeinschaft bilden, die ihnen Sicherheit und Vertrauen gibt
  • MitarbeiterInnen sich intensiv mit den Besonderheiten des Autismus auseinandersetzen können.

Insgesamt gibt es vier Klassen mit zusammen 28 Schülerinnen und Schülern, die in einer Unter-, Mittel- und Oberstufe und der Berufsschulstufe beschult werden. In den Teams der einzelnen Klassen arbeiten jeweils eine Lehrkraft mit pädagogischen Fach- und Pflegekräften zusammen.

Förderung Muschelkinder

Für die Förderung autistischer Schüler ist es sehr wichtig

  • die Schüler in ihrer gesamten Persönlichkeit anzuerkennen
  • Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen
  • einen partnerschaftlichen Umgang mit den Schülern aufzubauen
  • Verhaltensweisen nicht als persönlichen Angriff zu werten
  • einen Vertrauensvorschuss in die Fähigkeiten der Schüler zu geben
  • adäquate Unterrichtsangebote zu finden

Oberste Zielsetzung der schulischen Förderung ist deshalb die Erhöhung der Lebensqualität und die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.

Schwerpunkte der Förderung:

  • psychische Stabilität und Selbstvertrauen
  • Selbständigkeit in allen lebenspraktischen Bereichen
  • Sozialkompetenz
  • kommunikative Fähigkeiten
  • unterstützte und gestützte Kommunikation
  • Normalisierung von Wahrnehmungserarbeitungsstörungen in allen Sinnesbereichen
  • kognitive Fähigkeiten
  • Nutzung öffentlicher, kultureller Angebote
  • Kooperation mit anderen Einrichtungen
  • Integration in das gesellschaftliche Leben

Kommunikation

Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler können sich nciht verbal mitteilen. Deshalb ist es unser Ziel, jedem Einzelnen unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten aufzuzeigen und entsprechend den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten geeignete Methoden zu finden. Dazu gehören

  • Arbeit mit Bildern
  • Gebärden
  • Gestützte Kommunikation (FC)
  • Bilder-Austausch-System (PECS)
  • Elektronische Hilfsmittel

und andere Methoden der unterstützten Kommunikation.

Ungeachtet einer möglichen Verwirklichung bleibt der Erwerb der Lautsprache oberste Zielsetzung.

Kognitive Fähigkeiten

Aufgrund entsprechender Beobachtungen können wir davon ausgehen, dass unsere Schülerinnen und Schüler über altersdurchschnittliche bzw. überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten verfügen. Diese sind allerdings nicht immer abrufbar und reproduzierbar und kommen häufig nur in gelegentlichen Spontansituationen zum Ausdruck. Andererseits liegen starke Handlungsblockaden vor, welche die Ausführung von einfachsten Tätigkeiten zu unüberwindbaren Schwierigkeiten werden lassen. Deshalb achten wir stets auf eine ausgewogene Mischung von kognitiven und handlungsorientierten Angeboten.

Besonderheiten

Der Unterricht für die Muschelkinder orientiert sich sowohl am Lehrplan „Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“. Um die kognitiven Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, kommen außerdem Materialien und Inhalte aus Regelschulen zum Einsatz. Eine starke Individualisierung ist nötig. Es wird versucht, auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Unterricht in der Klassengemeinschaft, in Kleingruppen und in Einzelfördermaßnahmen zu achten, ebenso auf Förderung von lebenspraktischen und kognitiven Fähigkeiten. Die individuellen Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen der Schülerinnen und Schüler werden berücksichtigt. Wesentlich ist eine ganzheitliche Förderung, bei der einzelne Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten im Vordergrund stehen.

Eine intensive Vernetzung und Abstimmung zwischen Schule und Heilpädagogischer Tagesstätte das besondere Merkmal dieser Einrichtung.

Förderstätte der Muschelkinder

Fördern / Arbeiten / Bildung

Junge erwachsene Menschen mit Autismus finden aufgrund ihrer Behinderung nach Abschluss der Schulausbildung keine geeigneten Angebote für eine Berufsförderung oder -ausbildung vor. Ihr gesetzlich verbrieftes Wunsch- und Wahlrecht ist dadurch stark eingeschränkt. Werkstätten für Menschen mit Behinderung müssen zwar grundsätzlich Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungsformen aufnehmen, sind aber fachlich und in ihren Berufsbildungs- und Arbeitsangeboten für diesen besonderen Personenkreis nicht adäquat ausgestattet.

Seit September 2007 gibt es in Nürnberg die Förderstätte der Muschelkinder, ein Angebot für junge erwachsene Menschen mit Autismus. Die Inhalte richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Förderstätte und werden in folgende Schwerpunkte eingeteilt:

  • Sinnvolle Beschäftigung
  • Lebenspraktische Förderung
  • Therapeutische Angebote
  • Wohntraining
  • Training sozialer Fähigkeiten Freizeitgestaltung
  • Freizeitgestaltung
  • Gestaltung der beruflichen Zukunft

Im Vordergrund steht die Förderung der Selbständigkeit und die Erlangung lebenspraktischer Fähigkeiten. Mobilitäts- und Einkaufstraining gehören daher genauso zum Alltag wie diverse Beschäftigungsangebote. Der Umgang mit verschiedenen Materialen in den sogenannten Kreativworkshops rundet das therapeutische Angebot ab und führte Anfang 2008 zur Gründung des Vereins Muschelkünstler e. V.

Wohnangebote

Im November 2011 wurde im Haus Weiher in Hersbruck eine Wohngruppe für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen eröffnet.
Hier gelangen Sie direkt zur Seite des Haus Weiher

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