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Querschnitt des normalen Lebens

Menschen mit Behinderung leben in neuer Außenwohngruppe

Auf den Tischen liegen Schrauben, Dübel und bunte Kabelbinder als Dekoration. An der neuen Theke gibt es Leberkässemmeln und Getränke: In der  Gredinger Straße in Hilpoltstein wird ein Helferfest gefeiert.

Mitte November ist hier eine Außenwohngruppe des Auhofs eingezogen. Nachdem man jahrelang von einem eigenen Haus in Stadtnähe geträumt hatte, war es endlich so weit. Aber zuvor mussten Wände herausgerissen, Installationen neu verlegt, Möbel beschafft und eingebaut und viele andere Arbeiten erledigt werden, zum großen Teil in Eigenregie. Der Umzug vom Auhof klappte problemlos.

Es ist die erste Außenwohngruppe des Auhofs, in der geistig behinderte Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf relativ selbstständig beisammen wohnen. Drei Männer bewohnen das Dachgeschoß und bilden eine eigene Gruppe.  Sie versorgen sich größtenteils selber, gehen einkaufen und kochen. Für die anderen sieben Bewohner, darunter Epileptiker und Autisten, sind ständig zwei Betreuer im Einsatz. Gruppenleiterin Alice Graf freut sich über das neue Domizil, das „einen Querschnitt des normalen Lebens, allerdings in Begleitung“ bietet. Ihr zur Seite stehen Tanja Vervenne als Stellvertreterin, sowie Franz Deinhard, Alois Schuster und Robert Müller. Die Nachtbereitschaft teilen sich abwechselnd sechs Frauen. 

Die Gemeinschaft mit anderen ist ein wichtiges Erlebnis dieser geistig behinderten oder autistischen Menschen. Jeder hat jetzt ein eigenes Zimmer, was sich natürlich positiv auf das allgemeine „Klima“ auswirkt. Aber dieser Vorteil ist auch mit Mehrarbeit verbunden. Ordnung im Zimmer halten  , Wäsche waschen, Rasen mähen und den Müll trennen sind einige der neuen Aufgaben. Auch die Pflege des eigenen Busses gehört dazu. Er schafft allerdings auch ein weiteres Stück an Unabhängigkeit, da man jetzt spontan Fahrten unternehmen kann. 

Schon lange vorher hatte man das „In-die-Stadt-Gehen“ geübt. Einkäufe, Nutzung der städtischen Angebote, der Besuch von Veranstaltungen im nahen Kreuzwirtskeller stellen jetzt keine Probleme mehr dar. Oft arbeitet man mit der Offenen Behindertenarbeit in Roth (OBA) zusammen. 

„Das hier ist ganz Klasse“, schwärmt Alice Graf, „keiner will mehr zurück!“

Zum Foto:
ganz links Stellvertreterin Tanja Vervenne, Mitte Andreas Ammon (neuer Leiter des Auhofs), ganz rechts Alice Graf.

 
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