(Hilpoltsteiner Zeitung 25. Januar 2012)
„Mein Körper ist mein Freund“. Unter diesem Titel hatte sich die Comeniusschule schon zum dritten Mal des Themas Prävention im Hinblick auf ein oft tabuisiertes Thema, nämlich den Missbrauch von Kindern, gewidmet. Dazu war das Theater „Eukitea“ eingeladen.
Bereits zuvor hatten Eltern und Lehrkräfte diese Theatervorstellung angesehen und darüber zusammen mit einer sozialpädagogischen Fachkraft diskutiert. Die Aktion „Sternstunden“, sowie Kooperationsgelder der Regierung von Mittelfranken hatten diese Aufführungen unterstützt. Die Grundschule Hilpoltstein hatte als Kooperationsschule ebenfalls eine Vorstellung angesehen.
"Auf das Bauchgefühl achten!"
Die Schauspieler Lydia Nassall (alias Lea) und Michael Gleich (alias Sven) brachten den Schülerinnen und Schülern der Comeniusschule in frischer und kindgemäßer Form bei, über den eigenen Körper zu bestimmen. Natürlich durfte trotz des ernsten Themas zwischendurch auch gelacht werden. Fred Brunner saß am Keyboard. Er spielte Musik und diverse Geräusche live ein und wirkte auch in zwei Rollen mit.
Die Frage: „Was macht Spaß?“, stand am Anfang. Fußball spielen, Musik hören, Blumen pflücken, Zelten, Omas Geschichten anhören und vieles mehr macht Spaß. Machen das die Doktorspiele auch? Peter, Svens Freund, hatte von seinem Fußballtrainer erzählt, der unbedingt mit ihm duschen wollte. „Nein! Halt, Stopp! Das will ich nicht!“, hatte Peter gerufen, auch wenn er dafür vom Platz gestellt worden war. „Auf das Bauchgefühl achten!“, hieß der Rat der beiden Schauspieler. Gar nicht lustig fanden sie auch die Umarmung und das Abküssen durch die Tante. Darf man dann niemanden mehr umarmen? Schon, aber nur, wenn es der andere mag.
Mut zum "Nein"
Leas Eltern sind oft nicht zu Hause. Ihr Teddybär ist der einzige Gefährte, an den sie sich wenden kann. Zum Beispiel dann, wenn der Nachbar klingelt und Lea ein Kätzchen verspricht. „Kommen Sie heute Abend wieder, da sind meine Eltern da“, rät der Bär. Lea macht nicht auf. Am Abend will Lea den Eltern den Vorfall erzählen, aber die haben keine Zeit. Erst als Lea schrill aufschreit, kann sie auf sich aufmerksam machen und sich Gehör verschaffen.
Da war auch Susi, die gerne zu Onkel Franz zum Spielen ging. Als sie sich einmal weh getan hatte, wollte sie der Onkel auf seine Art „trösten“. Susi war verwirrt nach Hause gelaufen. Hat sie es den Eltern erzählt? Nein, der Onkel hatte sie ja mit einem Lutscher getröstet und von einem Geheimnis gesprochen. Geheimnisse darf man doch nicht verraten. Und obendrein glaubte Susi, selber an allem schuld zu sein. Endlich konnte sie sich mit den Eltern aussprechen. Das tat gut. Susi erfuhr auch: „Geheimnisse sind etwas Schönes, aber es gibt auch Geheimnisse, die machen Bauchschmerzen. Solche „Geheimnisse“ muss man weitererzählen!“ Wenn die Eltern keine Zeit dafür haben, dann dem Lehrer oder den Freunden. Denn es gilt: Mein Körper ist mein Freund und man muss den Mut haben, in bedrängenden Situationen „Nein!“ zu sagen.
Den drei Akteuren war es auf anschauliche Art gelungen, den jungen Zuhörern diese Botschaft eindringlich zu vermitteln. Im Unterricht wird dieses Thema zur weiteren Vertiefung aufgegriffen werden.
Zum Bild:
Die Schauspieler Lydia Nassall (alias Lea, rechts) und Michael Gleich (alias Sven) erklärten den Mädchen und Buben der Comeniusschule in kindgemäßer Form, dass sie selber über ihren Körper bestimmen. Foto: Klier
Text und Foto: Manfred Klier
(Der Artikel ist am 25. Januar 2012 in der Hilpoltsteiner Zeitung erschienen. Veröffentlichung von Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Manfred Klier, Hilpoltsteiner Zeitung)